Scanbot – Scanner im Handy

Der grosse Vorteil der Scanner App Scanbot ist ihre Einfachheit. Nicht umsonst gehört die App derzeit zu den angesagtesten in iTunes und Google Play Stores. Qualitativ hat die Scanner App der Berliner Firma doo GmbH einiges zu bieten, auch wenn sie mit traditionellen Scannern noch nicht ganz mithalten kann. Praktisch und immer dabei ist sie allemal.

So einfach funktioniert Scanbot

Screenshot Scanbot

Nach dem Starten der App geht’s gleich los mit dem Kamera-Bild. Jetzt müssen Sie nur noch das zu scannende Objekt vor die Linse halten. Scanbot erkennt das Dokument und sobald die Linse scharf gestellt hat, löst die App automatisch aus. Die Perspektive wird sofort richtig gestellt: schräg fotografierte Dokumente werden begradigt. Die anschliessende Bearbeitung der Bilder ist äusserst einfach: Diese lassen sich mit einem klick drehen und dank 4 Grundeinstellungen (Original, Farbe optimiert, Graustufen und Schwarz/Weiss) optimieren.

Wenn Sie mehrere Seiten in ein PDF scannen wollen, swypen sie das Bild erneut auf die Kamera und erfassen das nächste Bild.

Über die nahtlose Integration mit den wichtigsten Cloud-Speichern lädt die App das fertig bearbeitete und OCR (nur Pro-Version) erkannte PDF direkt in einen vorkonfigurierbaren Ordner von Dropbox, Google Drive, Evernote oder Box usw. Über die Dropbox-Anbindung ist auch eine nahtlose Verarbeitung von gescannten Buchungs-Belegen durch Run my Accounts gewährleistet.

Test von Scanbot

Bilder sagen mehr als Worte. Deshalb haben wir unsere Test-Scans von Scanbot und einem professionellen Kopiergerät zum Vergleich in verschiedenen Varianten zusammengestellt (Pfeile klicken, um zu blättern):

  • Scanbot

    Original – Farbe

  • Scanbot

    Farbe verbessert

  • Scanbot

    Graustufe

  • Scanbot

    Schwarz/Weiss

  • Profi-Scanner

    Zum Vergleich: Farbscan auf Referenz-Gerät

  • Profi-Scanner

    Zum Vergleich: Schwarz/Weiss-Scan auf Referenz-Gerät

Lichtverhältnisse: Um mit Scanbot gute Resultate zu erzielen, braucht es einigermassen vernünftige Lichtverhältnisse. Die besten Erfahrungen haben wir bei Tageslicht gemacht. Abends oder bei schlechten Lichtverhältnissen in Innenräumen hilft der Handy-Blitz, die Bildqualität lässt aber spürbar nach.

Bild-Effekte: Ohne Anwendung eines Effektes ist es mit Scanbot kaum möglich, ein Papier in echtem Weiss darzustellen. Der Effekt Schwarz/Weiss oder auch verbesserte Farbe bringt vernünftige Resultate. Die Umwandlung ist praktisch instantan und lässt es zu, die für das Bild beste Qualität auszuprobieren.

Auflösung: Ein grosser Nachteil aller Scanner Apps ist nach wie vor die Auflösung: Scanbot gibt die Auflösung offiziell mit 200 dpi an. Auch mit einem iPhone 5s oder einem Nexus 5 mit einer 8 Megapixel Kamera erreicht man auf A4-Grösse keine Auflösung von 300 dpi. 300dpi wäre jedoch der Standard im Bereich der professionellen Archivierung. Mit einer Kamera ab 10 Megapixel (3648 x 2736) würde man zumindest von der Eingangs-Bild-Auflösung in den Bereich einer besseren Auflösung vorstossen, was jedoch von Scanbot zuerst noch unterstützt werden müsste. Der Unterschied zwischen einem Profi-Scanner und Scanbot zeigt sich bei näherem Heranzoomen eindrücklich:

Scan mit Profi-Scanner mit 300 dpi

Profi-Scanner mit 300 dpi

Scan mit Scanbot mit Nexus 5 (8 Megapixel Cam).

Scanbot auf iPad mini (5 Megapixel Cam).

Test Scanbot Nexus5 Detail

Scanbot auf Nexus 5 (8 Megapixel Cam).

Datei-Grösse: Im Vergleich zu Standard-Scannern beträgt die Datei-Grösse bei Scanbot in der Regel ein Vielfaches – sogar bei tieferer Auflösung. Es gibt allerdings grosse Unterschiede, ob man die App unter iOS oder Android nutzt. Auch die Auflösung der Kamera (bei unserem Test ein Google Nexus 5 mit 8 Megapixeln und ein iPad Mini mit 5 Megapixeln) trägt erheblich zur Datei-Grösse / Qualität bei.

  • Schwarz/Weiss: Das oben abgebildete PDF von unserem Konica Minolta bizhub C220 beträgt gerade einmal 35 KB mit 300 dpi. Mehr Speicher braucht die Scanbot iOS App mit 175K für die selbe Seite. Scanbot für Android benötigt für das Schwarz/Weiss PDF mit 200 dpi satte 548 KB.
  • Farbe: Eine Seite mit 300 dpi verpackt unser Konica in 442 KB. Die Scanbot iOS App mit 5 Megapixeln braucht für den optimierten Farb-Scan hingegen nur 345 KB. Android auf Nexus 5 benötigt bei schlechterer Auflösung ganze 2.8 MB.

OCR: trotz tiefer Auflösung erreicht Scanbot ansehnliche Resultate . Die Texterkennung funktioniert – qualitativ hochstehende Bilder und eine hohe Auflösung der Handy Cam vorausgesetzt – vergleichsweise gut.

Datei-Benennung: Praktisch ist unter iOS die definierbare Benennung von Datei-Namen (derzeit nur iOS und Pro-Version). Der User kann unter verschiedenen Variablen auswählen und diese anordnen. Schön wäre es, wenn die Jahreszahl mit 2 Stellen anstatt nur mit 4 dargestellt werden könnte und das Feature auch für Android zur Verfügung stünde.

Scanbot UnterschriftsfunktionDokumenten-Bearbeitung: Scanbot liefert als Pro-Feature eine integrierte Bearbeitung mit. Damit lassen sich Passagen mit Leuchtstift anstreichen oder Kommentare hinzufügen. Witzig finden wir die Unterschriften-Funktion: Man unterschriebt mit dem Finger auf dem Bildschirm und schiebt die Unterschrift danach an die richtige Stelle. Leider ist die Unterschrift nach schweizerischem Recht nicht qualifiziert.

Cloud-Anbindung: Scanbot kann man mit Dropbox, Google Drive, OneDrive, Box, Evernote, Yandex.Disk oder auch per WebDAV verbinden. Scans werden auf Wunsch automatisch in einen zu definierenden Ort (Ordner bei Dropbox oder Notizbuch bei Evernote) hochgeladen. Leider hat die Verknüpfung mit Evernote in unseren Versuchen erst beim 4. Mal geklappt (iOS, Scanbot 2.5).

Perspektive: Die Perspektiven-Funktion ist nichts Neues bei Scanner-Apps. Praktisch ist, dass diese im Live-Bild erkannt wird und der Zwischenschritt einer weiteren Bearbeitung entfällt. Voraussetzung ist ein zum Papier kontrastreicher Hintergrund – am besten ein Holzboden oder eine farbige Tischplatte. Dann wird das Bild ohne weiteres erkannt und gescannt.

Geschwindigkeit: Bei guten Lichtverhältnissen und kontrastreichem Hintergrund (zur Erkennung der Perspektive) ist die App sehr schnell. Sacanbot selber gibt an, dass man mit der App pro Sekunde eine Seite scannen kann. Das ist etwas gar optimistisch – 5 Sekunden werden es im Real Live eher sein.

Fazit

Wir haben über die letzten Jahre diverse Scanner-Apps ausführlich getestet und genutzt. Scanbot bietet die beste Usability aller getesteten Apps. Besonders haben wir die Schnelligkeit der App geschätzt.

Leider kommt jedoch das Resultat noch nicht an die Qualität eines herkömmlichen Scanners heran. Die Bildauflösung ist mit 200 dpi zu niedrig für eine professionelle Anwendung im Bereich der Archvierung von A4 Belegen. Im Bereich der Buchhaltung reicht das für Quittungen allemal aus. Für Buchungs-Belege wie Rechnungen oder Bankbelege ist die Qualität unseres Erachtens nicht ausreichend. Dies liegt derzeit noch an den Handy-Kameras. Mit der zügigen Entwicklung von Handy-Kameras dürfte Scanbot allerdings bald zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für die Hersteller von klassischen Scannern aufsteigen.

Wer viele Dokumente scannen muss, ist nach wie vor besser mit einem professionellen Stück Scanner-Hardware bedient. Die Anwendung ist viel unkomplizierter, schneller und qualitativ besser. Private Anwender hingegen haben mit Scanbot eine tolle Alternative zu einem Scanner zur Auswahl.

2 replies
  1. Alex Koch
    Alex Koch says:

    Liebes Run my Accounts Team! Als erstes möchten wir euch für den Test und Report Danken! Wir sind sehr eurer Aufmerksamkeit erfreut! Wir möchten euch allerdings bitten, den Qualitätsvergleich vorerst von der Seite zu nehmen, weil wir da einen gravierenden Fehler sehen, der den Test eindeutig zu unserem Nachteil aussehen lässt. Z.B. in eurem Bild „Scanbot Schwarz/Weis“ sehe ich eindeutig einen Punkt in „service7000.ch“. In dem von euch hoch scallierten Bild sind die Buchstaben sehr verzehrt und der Punkt ist verschwunden. Wir würden gerne verstehen, wie die Vergrößerung von euch gemacht wurde. Wir können auch sehr gerne telefonieren um die Details zu besprechen. Vielen Dank und beste Grüße, Alex von Scanbot Team

    Antworten
    • Thomas Brändle
      Thomas Brändle says:

      Lieber Alex

      Herzlichen Dank für Deinen Input. Du hast recht: es handelt sich tatsächlich nicht um das selbe Bild. Es ist uns folgender Fehler passiert: Das Bild kam vom iPad mit einer 5MP Kamera.
      Das Bild ist nun jetzt korrekt beschriftet. Zudem haben wir (Archiv-Funktion von ScanBot sei Dank!) das vom Nexus 5 erzeugte Bild ergänzt. Es zeigt den Punkt in “service7000.ch”. Ich hoffe, das ist ok für Dich – und weiterhin viel Erfolg – Ihr macht ja flotte Fortschritte mit jeder neunen Version Eurer App!

      Viele Grüsse
      Thomas

      Antworten

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