Was ist die Saldosteuersatz-Methode?

Firmen in der Schweiz, die der Mehrwertsteuer unterstehen, haben verschiedene Möglichkeiten, die Mehrwertsteuer abzurechnen. Über die effektive Methode und den Unterschied zwischen der vereinnahmten und der vereinbarten Methode haben wir in diesem Blog bereits geschrieben. Als Alternative gibt die eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) Firmen die Möglichkeit, mit Saldosteuersätzen (auch Saldomethode) abzurechnen.

Der Gedanke hinter den Saldosteuersätzen ist es, die administrativen Arbeiten rund um die Mehrwertsteuer für Firmen zu vereinfachen. Dies geschieht einerseits, weil die Vorsteuerabrechnung entfällt und andererseits, indem die MWST-Abrechnung nur einmal im Semester (bei effektiver Methode: einmal im Quartal) erstellt werden muss.
Konkret sieht das so aus, dass Firmen, die mit der Saldosteursatz-Methode abrechnen, jeweils einen gewissen Prozentsatz ihres MWST-pflichtigen Umsatzes an die ESTV abliefern. Die Sätze sind dabei nach Branchen verschieden und basieren auf Erfahrungwerten. So gilt für ein Sanitärgeschäft der Steuersatz von 2.9% oder für eine Anwaltsbüro der Satz von 6,1%. Je nach individuellem Geschäftsmodell und -verlauf kann die abgelieferte Steuer höher oder tiefer als mit der effektiven Methode ausfallen.

Nicht jedes Unternehmen kann mit der Saldosteuermethode abrechnen. Der steuerbare Umsatz darf nicht mehr als 5,02 Millionen Franken betragen und der Gesamtwert der abzuliefernden Steuern muss weniger als 109’000 Franken sein. Um herauszufinden, ob die Saldosteuersatz-Methode für Ihr Unternehmen sinnvoll ist, empfehlen wir Ihnen ein Beratungsgespräch mit einem Treuhänder. Für uns spielt die Abrechnungsart unserer Kunden keine Rolle und das Ausfüllen der MWST-Abrechnung ist in jedem Fall im Preis inbegriffen.

8 replies
  1. Rudolf Kessler
    Rudolf Kessler says:

    Der Saldosteuersatz ist viel besser, weil ich damit Geld sparen kann! Mein Treuhänder hat mir gesagt, ich damit nur 5.2% bezahle anstatt 8%.

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    • Franz d'Huc
      Franz d'Huc says:

      Hallo Herr Kessler

      Der Saldosteuersatz ist unserer Ansicht nach nicht immer der weise Rat des kühlen Rechners.

      Nur in wenigen Fällen profitieren Sie als MWST-Pflichtiges Unternehmen von finanziellen Vorteilen. Wir erleben es oft, dass ohne genaue Analyse des Geschäftsmodells (Margensituation, Fremdleistungen, Import von Dienstleistungen=Bezugssteuer, Beurteilung der Betriebsunkosten, Investitionsplan) keine abschliessende Aussage zu Gunsten der Saldosteuersatzmethode möglich ist.

      In den meisten detaillierten Berechnungen die wir für unsere Kunden vorgenommen haben, mussten wir leider einen Fehlschluss feststellen. Die Aussage für den Saldosteuersatz wird wohl manchmal zu schnell evtl. nur auf der Basis eines Bauchgefühls des Beraters getroffen.

      Bedenken Sie, dass Sie meist nicht jedes Jahr ohne Sonderkosten oder Investitionen durchkommen. Sie können eventuell im „idealen Jahr“ ein paar hundert Franken einsparen. Oft müssen sie dafür aber manche Jahre schwer büssen.

      Mit einer professionellen Buchhaltung ist die effektive Abrechnungsmethode sowieso kein Problem und über die Jahre meist der bessere Rat. Unsere Kunden bevorzugen zu 99% die effektive Abrechnungsmethode.

      Aber jeder Fall muss genau berechnet werden! Darum verlangen Sie doch von Ihrem Treuhänder die Begründung für seinen Rat. Eine Berechnung zu viel hat noch nie geschadet.

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  2. Rudolf Kessler
    Rudolf Kessler says:

    Hallo Herr Dhuc

    Mein Treuhänder sagt: „die haben doch keine Ahnung – der Saldosteuersatz ist immer besser“. Jetzt steh ich auf dem Schlauch…

    Wer hat recht?

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  3. Frank Schefter
    Frank Schefter says:

    Hallo RMA,
    Wenn ich mir Euer hilfreiches Excel zur Berechnung und den Vergleich der Methoden nehme, dann komme ich tatsächlich auf favorisierte Werte für die effektive MWST Abrechnungs-Methode.

    Euer Excel favorisiert definitiv die effektive Vorsteuermethode, aber hauptsächlich weil Ihr unter Betriebskosten in Konti 6000-6999 teilweise nicht genau zwischen vorsteuerabzugfähig und nicht-abzugfähig trennt. Es gibt z.B nur wenige Mieter die Ihre Mietkosten unter Betriebskosten mit Vorsteuerabzug setzen könnten. Jedoch sind Buchhaltungskosten und Frachten, Porti etc. alle Vorsteuerabzugsfähig und sollten doch unter direkten Aufwand gestellt werden. Mein Kontenrahmen belehrt mich aber eines Besseren… Wenn ich also all diese Werte nach direkten Aufwand und übrigen Aufwand korrekt darstelle, dann stelle ich eine deutliche Ersparnis fest wenn ich mich für Saldobesteuerung entscheiden würde. ( (2.1% wäre der Satz in meiner Branche)

    Vergleiche ich jetzt die tatsächlichen bezahlten MWST Beträge der letzten Jahre, hätte ich beim Saldosteuersatz von 2.1 % für meine Branche im 2014 allein mehr als 2000 CHF gespart und dann sicher nicht wenige Buchhalterstunden quartal für quartal. Vergleiche ich die letzten Jahre; komme ich immer auf 2.4 – 2.8% Steuerlast. Da wäre ich doch bei 2.1% Saldosteuersatz günstiger. Was habe ich da übersehen?

    Da auch im nächsten Jahr keine Investitionen anstehen, und man ja mittlerweile jedes Jahr neu entscheiden kann, ob man wechseln will, ist die Frage nach einem Wechsel der MWST Methode berechtigt. Ich habe noch 60 Tage Zeit zum Entscheiden.
    Was meint Ihr?
    Ein gesundes neues Jahr.
    Frank

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    • Thomas Brändle
      Thomas Brändle says:

      Lieber Frank

      Vielen Dank für Deinen Input. Ich denke, dass man die Situation immer individuell betrachten sollte. Grundsätzlich glaube ich nicht, dass man mit der Wahl der MWST Abrechnungsmethode systematisch Geld sparen kann.

      Viele Grüsse
      Thomas

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      • Markus Müller
        Markus Müller says:

        Sehr geehrter Herr Brändle,

        könnten Sie bitte ausführlicher auf den Kritikpunkt von Frank Schefter eingehen („Euer Excel favorisiert definitiv die effektive Vorsteuermethode, aber hauptsächlich weil Ihr unter Betriebskosten in Konti 6000-6999 teilweise nicht genau zwischen vorsteuerabzugfähig und nicht-abzugfähig trennt“).

        Besten Dank!

      • Thomas Brändle
        Thomas Brändle says:

        Sehr geehrter Herr Müller

        Die Entscheidung für die eine oder andere Methode kann man nur dann fällen, wenn man sich die Details ansieht. Unser Excel bildet eine Vorlage, welche für den individuellen Fall angepasst werden kann und soll.

        Freundliche Grüsse
        Thomas Brändle

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