Reingewinn = Zukunft für Ihr Unternehmen

Daniel Leu, Berater und Coach von Gründern und Jungunternehmern. Gastbeitrag von Daniel Leu, Berater und Coach von Gründern und Jungunternehmern.

Unternehmensgewinne werden z.T. kritisch aufgenommen, vor allem wenn sie hoch scheinen. Jedes Unternehmen sollte jedoch Gewinn machen und der jeweilige Betrag sollte im Zusammenhang (Branche(n)/Märkte, Marktpositionen, Fähigkeiten und Möglichkeiten des Unternehmens) gesehen und eingeschätzt werden.
Im Folgenden geht es um den Reingewinn (Nettogewinn, net profit).

Warum soll Ihr Unternehmen Gewinn machen?
Wohl nützlichste kurze Antwort: Damit Sie für das weitere Bestehen und die Entwicklung Ihres Unternehmens auch Geld haben (Ziele, Ideen, Pläne und Projekte haben Sie doch sicher, oder?).
Ausführlichere Antwort: Der Gewinn ist Geld, das Ihr Unternehmen selber erwirtschaftet hat. Solche „eigenen“ Mittel sind kostengünstiger als fremde Mittel (z.B. Kredit einer Bank). Sie benötigen Ihren Reingewinn für diese Zwecke:

  • Gesetzliche Reserven bilden.
  • Belohnung (z.B. via Zahlung einer Dividende) Ihrer Geber von Eigenkapital (wissen Sie, wie viel Rendite diese erwarten?).
  • „Offene“ und „freiwillige“ Reserven bilden z.B. für Rückstellungen für wahrscheinliche Zahlungen (z.B. für Haftungen) oder für Risiken, die Sie selber tragen wollen.
  • „Stille“ Reserven bilden für „schlechte“ Zeiten, in denen Sie Verlust statt Gewinn machen oder der Jahresgewinn ungenügend gross ist.
  • Finanzierung von Investitionen (z.B. Anschaffungen, Erweiterungen, Produktentwicklungen, Markteintritte, Marktaufbau, Mitarbeiterentwicklungen)

Wie entsteht Ihr Unternehmensgewinn?
Banale Antwort: Durch den Unterschied zwischen Ihren Einnahmen und Ausgaben.
Genauere Antwort und Hinweise für mögliche Verbesserungen gemäss Erfolgsrechnung:

  • Sind Ihre Produkte und Dienste denjenigen Ihrer direkten Mitbewerber überlegen, sollten Sie höhere Preise als diese verlangen und auf deren volle Bezahlung hinwirken. Gleiche Preise signalisierten, dass Ihre Produkte und Dienste nicht überlegen sind.
  • Streben Sie an, Marktführer zu werden (= grösster Marktanteil und wohl auch grösste Mengen), so lange der entsprechende Markt noch wächst.
  • Überlegen Sie umfassend, welche Leistungen Sie selber erbringen (= „make“) und welche Sie kaufen wollen (= „buy“).
  • Kaufen Sie Leistungen ein, deren Qualitäten Ihren Zielqualitäten genügen.
  • Schliessen Sie langfristige Lieferverträge mit Ihren Schlüssellieferanten ab, damit diese Sicherheit gewinnen und Ihnen günstige(re) Konditionen gewähren.
  • Prüfen Sie, welche Tätigkeiten zum Nutzen für Ihre Kunden beitragen und welche nicht. Letztere sind Kandidaten für Abbau, Auslagerung oder sogar Beendigung.
  • Entscheiden Sie, welche Ressourcen (z.B. Räume, Einrichtungen) Ihr Eigentum sein sollten und welche Sie ohne grössere Nachteile auch mieten können.

Wie viel Gewinn soll’s denn sein?
Ein maximaler Gewinn?
Nein, denn dies würde bedeuten, dass Sie die Bedürfnisse wenigstens einer Anspruchsgruppe (z.B. Kunden, Mitarbeitende, Lieferanten) nicht genügend befriedigt haben. Verbessern Sie stattdessen das Leben dieser Gruppen und ernten Sie reiche Gegenleistungen:

  • Vertrauen Sie Ihren Mitarbeitenden und ermächtigen Sie sie, Ihren Kunden gut zu dienen. Sorgen Sie gut für Ihre Mitarbeitenden. Sie lohnen es Ihnen mit grossem Engagement, wertvollen Ideen, Treue zu Ihrem Unternehmen usw.
  • Vertrauen Sie Ihren Kunden. Dienen Sie ihnen stets gut. Zufriedene Kunden kaufen von Ihnen immer wieder, verteidigen Ihr Unternehmen, empfehlen es weiter und bleiben Ihnen u.U. ein Leben lang treu.
  • Vertrauen Sie Ihren Lieferanten. Arbeiten Sie eng mit ihnen zusammen. Sie erhalten von ihnen herausragend kostenwirksame Leistungen, u.U. sogar Innovationen, Ideen für die Verbesserung Ihrer Produkte und Dienste etc.

Was tun?
Setzen Sie sich ein genaues und klares Ziel für Ihren Unternehmensgewinn und budgetieren Sie von dieser Zeile in Ihrer Plan-Erfolgsrechnung nach oben bis zur obersten Zeile. So sehen Sie klar und deutlich, welche Zahlen Sie auf jeder Stufe erreichen sollten. Dann vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeitenden, welche eine bestimmte Zahl wirklich beeinflussen können, dass diese Zahl (oder ein Teil davon) deren persönliches Ziel ist. Wenn Ihre Mitarbeitenden für die Erreichung ihres persönlichen Ziels einen finanziellen Bonus erhalten sollen, müssen diese möglichen Auszahlungen natürlich in Ihrer Plan-Erfolgsrechnung enthalten sein.

Viel Erfolg (buchstäblich)!

Daniel Leu, Berater und Coach von Gründern und Jungunternehmern

0 replies

Leave a Reply

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.