Variable Kosten: was Sie im KMU wissen müssen!

Variable Kosten: was Sie im KMU wissen müssen!

Variable Kosten stehen in engem Zusammenhang mit der Profitabilität Ihres Unternehmens. Wenn es gelingt, die variablen Kosten zu senken, dann wirkt dies positiv auf Ihre Gewinnmarge. So erzielen Sie mehr Profit mit jedem einzelnen Verkauf. Die variablen Kosten stehen im Gegensatz zu den Fixkosten. In diesem Beitrag verraten wir Ihnen alles, was sie als KMUler zu den variablen Kosten wissen müssen.

Was sind variable Kosten?

Variable Kosten sind die Preise für Rohstoffe, Material, Fracht, Verpackungsmaterial, Arbeit und Vertrieb, die mit jeder produzierten Einheit eines Produkts oder einer Dienstleistung verbunden sind.

  • Wenn Sie Stahlbauer sind, dann gehört der eingekaufte Stahl zu Ihren variablen Kosten.
  • Wenn Sie ein Yogastudio betreiben, dann entsprechen die variablen Kosten dem Lohn des Yogalehrers, der die Yogalektion erteilt.

Ihre variablen Kosten variieren mit Ihrem Produktionsvolumen – je mehr Sie produzieren, desto mehr zahlen Sie – und umgekehrt. Variable Kosten werden auch als veränderliche, bewegliche oder mengenabhängige Kosten bezeichnet.

Zahle X für die Herstellung des Produkts, verkaufe es zum doppelten Preis und erziele einen Gewinn! Leider ist das nicht so einfach. Denn jede Unternehmung hat auch Fixkosten, die mindestens gedeckt sein müssen.

Variable und fixe Kosten

Fixkosten sind alle Kosten, die unabhängig davon anfallen, wie viel Sie von Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung herstellen. In der Summe sind die Fixkosten der Preis dafür, dass Sie im Geschäft bleiben – unabhängig davon, wie gut Ihr Geschäft läuft. Ein anderer Name für die Fixkosten sind Gemeinkosten oder Overhead. Fixkosten bleiben über die Monate mehr oder weniger konstant. Dadurch sind sie auch voraussehbar. Typische Beispiele für Fixkosten sind:

  • Mieten oder Leasing
  • Löhne für Personal, das nicht in der Produktion arbeitet
  • Abschreibungen für Anlagevermögen
  • Versicherungen
  • Hosting für Ihre Webseite

Die Voraussehbarkeit der Fixkosten hat allerdings auch einen Nachteil: In der Regel sind sie starr und schwer zu ändern. Wenn Sie die Fixkosten herunterfahren wollen, dann gelingt Ihnen das nicht unmittelbar: Sie müssen ihren Mietvertrag unter Einhaltung einer Kündigungsfrist beenden. Ihre Versicherung ist möglicherweise auch erst auf Ende des Kalenderjahres kündbar. Wenn Sie in einen finanziellen Engpass geraten, dann ist es am schwierigsten, das Messer bei den fixen Kosten anzusetzen. Deshalb sollten Sie als Unternehmer vorsichtig sein, Ihre Fixkosten hochzufahren.

Manchmal lassen sich die Fixkosten nicht ganz von den variablen Kosten trennen. Einige Ausgaben kosten jeden Monat einen bestimmten Mindestbetrag (wie Fixkosten) und steigen dann mit der Anzahl produzierter Einheiten (wie variable Kosten). Beispiele sind:

  • Fahrzeugkosten: Unabhängig davon, ob Sie Lieferungen ausführen, müssen Sie die Versicherung und das Leasing für die Fahrzeuge bezahlen. Erst wenn Sie ausliefern, dann entstehen Benzinkosten.
  • Überstunden Ihrer Mitarbeiter: Ihr Designer arbeitet seine 8.4 Stunden pro Tag. Wenn Sie einen grossen Auftrag erhalten, muss ihr Designer länger arbeiten und generiert Überstunden, für die Sie aufkommen müssen.
  • Die Buchhaltung von Run my Accounts: Ein gewisses Volumen an Rechnungen für Ihre Fixkosten ist immer vorhanden. Erst wenn Sie den Umsatz steigern, dann steigt auch Ihr Belegvolumen. Wir verrechnen Ihnen dann die Verarbeitung von zusätzlichen Transaktionen pro Stück gemäss unserer Preisliste.

Diese Kosten werden als halbvariable Kosten bezeichnet.

Die Summe aller variablen und fixen Kosten ergibt die Gesamtkosten.

So berechnen Sie die variablen Kosten

Um Ihre variablen Kosten herauszufinden, müssen Sie etwas rechnen. Die Formel zur Berechnung variabler Stückkosten lautet wie folgt:

Variable Kosten pro Stück = gesamte variable Kosten / Produktionsmenge

Wenn Sie verschiedene Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, können Sie alternativ versuchen, die Preise der Komponenten und die Arbeitskosten der einzelnen Verarbeitungsschritte herauszufinden und diese zu addieren. Dies müssen Sie für jedes einzelne Produkt wiederholen.

Variable Kosten müssen sich nicht zwingend proportional zur Produktionsmenge bewegen. Es kann auch sein, dass die variablen Kosten in Ihrem Fall unterproportional oder überproportional zu den produzierten Gütern oder erbrachten Dienstleistungen steigen.

Gewinnmarge und Break-Even

Jetzt wird es spannend: wie viel verdienen Sie pro verkauftem Stück Ihres Produktes? Die Gewinnmarge berechnen Sie wie folgt:

Gewinnmarge = Verkaufspreis pro Stück – Variable Kosten pro Stück

Möglicherweise vermag Sie die Höhe Ihrer Gewinnmarge positiv zu überraschen. Aber aufgepasst: Sie müssen die fixen Kosten abziehen, um zu wissen, ob Sie kostendeckend arbeiten. Erst dann zeigt sich, ob unter dem Strich tatsächlich etwas für Sie übrigbleibt. Ihr Break-Even-Volumen ist die Anzahl der Einheiten, die Sie jeden Monat verkaufen müssen, um Ihre Fixkosten zu decken. Der Break-Even berechnet sich wie folgt:

Break-Even-Volumen = Fixkosten / Gewinnmarge pro verkaufte Einheit

Wie Sie variable Kosten senken

Die Senkung der variablen Kosten wirkt sich unmittelbar auf Ihren Gewinn aus. Es kommt aber sehr auf Ihr Geschäft darauf an, ob und inwiefern es möglich ist, die variablen Kosten zu senken. Ihr Ziel sollte es sein, die Kosten für die Herstellung jedes einzelnen Artikels zu senken und gleichzeitig das Qualitätsniveau beizubehalten.

MassnahmeBeispiele
Arbeitskosten senken– Mitarbeiter besser ausbilden, damit sie effizienter arbeiten können
– Ineffiziente Arbeitsschritte auslagern
– Ziele setzen, finanzielle Anreize bieten, um den Output zu erhöhen
Materialkosten senken– Höhere Mengen einkaufen, um Stückpreise zu reduzieren
– Günstigere Lieferanten finden
– Eine Einkaufsgenossenschaft bilden, um von höheren Volumen zu profitieren
Distributionskosten senken– Verpackungsgewicht reduzieren
– Kosten der Logistik optimieren
– Bessere Kreditkartengebühren aushandeln

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