Vom Einzahlungsschein zur QR-Rechnung

Der Finanzplatz Schweiz hat am 15. November 2018 über die (vorerst?) definitive Ausgestaltung der QR-Rechnung informiert. Diese soll am 30. Juni 2020 die bisherigen Varianten der Einzahlungsscheine ablösen. Bereits seit 2012 ist der Einzahlungsschein mit QR-Code bei Run my Accounts ein Thema. Er wurde seither drei Mal überarbeitet.

Eine kurze Geschichte der QR-Rechnung

Die QR-Rechnung hätte eigentlich bereits im Herbst 2015 die heutigen Einzahlungsscheine ablösen sollen. Ursprünglich hätte die QR-Rechnung so ausgesehen:

Im Januar 2013 hat sich die Arbeitsgruppe Kommunikation Migration Zahlungsverkehr entschieden, den Einführungstermin um 3 Jahre auf März 2018 zu verschieben. Im Juni 2016 hat der Finanzplatz die Spezifikationen erneut überarbeitet:

Bald merkte man, dass der QR-Code sinnvollerweise durch weitere für die Buchhaltung relevante Felder ergänzt werden könnte. Dieses Potential wollte man mit der im April 2017 überarbeiteten Spezifikation ausnutzen. Gleichzeitig hat man die Lancierung auf Mitte 2019 verschoben.

Im Sommer 2018 hat der Finanzplatz Schweiz bekannt gegeben, dass die Spezifikationen erneut überarbeitet würden. Die Lancierung wurde auf den 30. Juni 2020 festgelegt.

Konsultationsverfahren im Herbst 2018

Zwischen August und September 2018 hat der Finanzplatz Schweiz ein Konsultationsverfahren durchgeführt, an welchem sich die Marktteilnehmer (grosse Rechnungssteller und Rechnungsempfänger, Verbände, Spendenorganisationen, Konsumentenschutzorganisationen oder Softwareunternehmen) beteiligen konnten. Folgende Anpassungen standen zur Diskussion:

Übersicht der geplanten Änderungen. Quelle: SIX, Swiss Banking.

Auf Basis der Erkenntnisse aus dem Konsultationsverfahren hat der Finanzplatz beschlossen, sechs der acht Änderungsvorschläge umzusetzen. Diese sind:

  • Einführung einer Perforationspflicht
  • Einführung eines Empfangsscheins
  • Vereinfachung bei den strukturierten Adressen
  • Vereinfachung der Kombinationsmöglichkeiten bei strukturierten Referenzen,
  • Vorerst keine Verwendung des «endgültigen Zahlungsempfängers»
  • Einführung einer zusätzlichen, lizenzfreien Schriftart für nicht Microsoft-User

Strukturierte Referenzen müssen weiterhin in Klartext abgedruckt werden. Alternative Verfahren werden bereits ab 30. Juni 2020 angeboten.

Damit sieht die QR-Rechnung aktuell wie folgt aus:

Die QR-Rechnung aus Sicht von Run my Accounts

Die QR-Rechnung ist eine grosse Chance für den Finanzplatz Schweiz und alle Nutzer: Sie vereinfacht die Abwicklung von Zahlungen für Konsumenten und erhöht die Automatisierung bei Rechnungsempfängern. Die QR-Rechnung hat sich über die letzten Versionen der Spezifikationen in die richtige Richtung weiterentwickelt. Es gibt aus unserer Sicht jedoch auch einige Wehmutstropfen:

  • Wir hätten es begrüsst, wenn wir den QR-Code an beliebiger Stelle auf der Rechnung oder auch einer Plakatwand (z.B. für Spenden) hätten anordnen können. Aus Sicherheitsgründen haben sich die Banken entschieden, dass sämtliche Inhalte des QR-Codes in unterschiedlichen genau definierten Bereichen des Zahlteils abgedruckt werden müssen. Die Banken werden den Inhalt des QR-Codes mit den schriftlichen Angaben vergleichen und so das Betrugs-Potential verringern.
  • Die Perforationspflicht ist aus Sicht von Nutzern des papiergebundenen Zahlungsverkehrs (z.B. Post-Einzahlung) sicher nützlich. Da jedoch Rechnungen auch per PDF versendet werden dürfen, wird sich wohl eher die Variante der PDF QR-Rechnung mit Scherensymbol an Stelle der Perforation durchsetzen.
  • Das Feld mit den Strukturierten Referenzen muss im Klartext unter „Zusätzliche Informationen“ abgedruckt werden. Die meisten Software-Hersteller werden dieses Feld nutzen, um Daten MWST-Nummern, MWST-Sätze, Rechnungs- und Bestellnummern oder Konditionen abzudrucken. Der verwendete Syntax wurde im Rahmen einer SWICO-Arbeitsgruppe erarbeitet, an der sich auch Run my Accounts aktiv beteiligt hat. Diese Information wird sehr kryptisch daher kommen und die Konsumenten eher verwirren.
  • Es wäre toll gewesen, noch mehr Informationen in ein eigenes Feld der QR-Rechnung zu packen. So fehlen zum Beispiel wichtige Felder wie das Fälligkeitsdatum, Eigenschaften von Rechnungspositionen, Rechnungsnummer. Der oben Beschriebene Syntax der SWICO-Mitglieder kann bestenfalls als Workaround dieser Situation gesehen werden. Enthält eine Rechnung mehrere MWST-Positionen, kann diese Tatsache nicht mitgegeben werden. Somit bleibt das Automatisierungs-Potential für Rechnungsempfänger hinter den potentiellen Möglichkeiten.

Natürlich würden wir es sehr begrüssen, wenn dies die Anpassung des Standards gewesen wäre und die QR-Rechnung tatsächlich per 30. Juni 2020 eingeführt würde. Run my Accounts hat die QR-Rechnung bereits in den letzten 2 publizierten Varianten in der Software implementiert – wir freuen uns auf den Moment, wenn die QR-Rechnung final in Betrieb genommen werden kann.

Online-Buchhaltung und Schriftstellerin geht das?

Online-Buchhaltung und Schriftstellerin

Unsere langjährige Mitarbeiterin Kristina Suomela ist bei Run my Accounts nicht nur für die Online-Buchhaltung Ihrer Mandanten zuständig. Privat ist sie auch noch eine sehr erfolgreiche Schriftstellerin. Wir möchten von ihr wissen: Online-Buchhaltung und Schriftstellerin geht das zusammen?

Read more

Schon jetzt ISO 20022 für alle Kunden!

Wie in unserem Blogbeitrag ISO-20022: Update für Run my Accounts Kunden bereits berichtet, konnten wir bereits im Juni 2017 das neu Format ISO 20022 sowohl vollständig in unserer Software umsetzt. ISO 20022 löst die Formate DTA/EZAG (ISO-20022 pain.001) und MT940 (ISO-20022 camt.053/camt.054) ab. Read more

Informationen zum Datenschutz bei Run my Accounts

Informationen zum Datenschutz bei Run my Accounts

Informationen zum Datenschutz bei Run my AccountsRun my Accounts ist der digitale Treuhänder der Zukunft. Wir bieten Ihnen automatisierte Buchhaltungsprozesse und tagesaktuelle Finanzzahlen. Sie erhalten damit die Grundlage eines jeden Geschäftserfolges und das alles online sowie vernetzt. Der Datenschutz darf nicht vernachlässigt werden. Read more

windata und run my accounts partnerschaft

In die Digitale Zukunft mit EBICS

windata und run my accounts partnerschaft - digitale zukunft EBICS

Das digitale Treuhand-Unternehmen Run my Accounts und der in Deutschland führende Spezialist für Zahlungsverkehrslösungen windata arbeiten nun enger zusammen. Read more

Von ESR V11 zu camt.053 und camt.054

Von ESR V11 zu camt.053 und camt.054

Die Migration des Schweizerischen Zahlungsverkehrs schreitet voran. Bisher stand bei den KMU vor allem die per 30. Juni 2018 anstehende Umstellung des Zahlungsformates DTA auf ISO-20022 pain.001 im Zentrum. Was vielen allerdings unbewusst ist: Viele Banken stellen zum 30.6.2018 die weit verbreiteten Formate V11 und Swift MT940 / MT941 ein. Wer orange Einzahlungsscheine versendet, kann unter Umständen auf dem falschen Fuss erwischt werden, wenn die Hausbank von V11 auf die XML-Formate camt.053 oder camt.054 umstellt. Wenn die neuen Formate von der verwendeten Software noch nicht unterstützt werden, ist ein Abgleich der Zahlungseingänge mit den offenen Positionen nicht mehr möglich. Read more

Papierlose Buchhaltung

Papierlose Buchhaltung

Papierlose BuchhaltungFür Sie als Unternehmer ist allein der Geschäftserfolg entscheidend und kaum ein Bereich kann Ihnen mehr Informationen über den aktuellen Stand geben, als Ihre Buchhaltung. Je tagesaktueller die Finanzzahlen in Ihrer Buchhaltung sind, desto frühzeitiger können Sie auf Ereignisse und Prognosen reagieren und Entscheidungen treffen. Der Weg dahin führt über die papierlose Buchhaltung. Read more